Opa Hempel

Hungerstreik fürs Klima

Hungerstreik fürs Klima

admin September 16, 2021

Ick weiß nich …, ich kriege irgendwie Bauchschmerzen, wenn ich die jungen Menschen sehe, die sich derzeit, nunmehr seit 18 Tagen, in den Hungerstreik versetzt haben, um diverse Forderungen an Politiker und wohl auch die Wirtschaft zu richten. Ich kriege Bauchschmerzen, weil ich genau weiß, wie es ist nichts zu essen (zu haben) und weil ich immer wieder Angst habe, die Forderungen könnten, selbst bei aller Anstrengung, gar nicht mehr umgesetzt werden. Weil zum einen es einfach zu spät ist und zum anderen nun mal ein Klimawandel stattfindet, egal was wir dazu beitragen oder nicht. Das war nun mal all die Millionen Jahre vorher so und wird sich wohl auch kaum ändern. Nur, weil die Zeitabstände in denen der Wandel stattfindet eben sehr, sehr groß sind und sehr, sehr lange dauern, ist uns das niemals so bewusst.

Bitte nicht falsch verstehen, natürlich sollte jede Anstrengung unternommen werden, dass wir Menschen das Klima nicht noch weiter schädigen, so wie den Planeten überhaupt. Doch was ist mit dem, das wir gar nicht beeinflussen können und noch nie konnten? Inwieweit würde sich der Planet ändern, in dieser Zeit, selbst wenn wir Menschen gar nicht da wären.

Allein an die Möglichkeit zu denken, die Menschheit wäre so schlau gewesen, von Anfang darauf zu achten oder zumindest in Betracht zu ziehen, was man mit der Industrialisierung anrichtet, ist wohl schon ein wenig zu viel verlangt. Aber stellen wir uns einmal vor, es findet ein radikales Umdenken statt und die Menschen geben ihre Gier auf. Stellen wir uns vor, alle tun, was sie können, um die Umwelt und das Klima zu schützen.

Was ist, wenn es trotzdem geschieht. Was ist, wenn unsere Bemühungen nicht das Ergebnis haben, das gefordert wird? Wer ist dann schuld? Wer hat dann die Verantwortung? Ich bin ganz sicher kein Experte, weder in Klimaforschung, noch in Geologie, ich zähl nur 1 und 1 zusammen und kann nicht umhin, dass das Ergebnis eben nicht 0 ist.

Doch wahrscheinlich wird eben nicht so sein, sondern so wie immer. Und selbst, wenn ihr jungen Menschen, die ihr dort hungert und dürstet nach Gerechtigkeit, erreicht das man euch Versprechungen macht, ja sogar Verträge, dann hoffe ich sehr ihr zerbrecht am Ende nicht an der „beruflichen Heuchelei“ genannt Rhetorik, die für Politiker nun mal ein legitimes Mittel ist. Ich wünschte, ich könnte euch sagen: „Alles wird gut!“ Ich hätte Angst ich würde lügen.

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